#30Tage – Tag 1

Tag 1

Wie angekündigt werde ich meine Teilnahme an der #30Tage Challenge von DyneBooks hier dokumentieren. Hoffentlich kommen da nicht zu peinliche Sachen bei rum. 😉

Die Aufgabe für Tag eins lautete:

Wie hast du dich heute morgen beim aufstehen gefühlt?

Folgendes war meine Antwort darauf:

Eine vertrauter schriller Ton zerstörte die dunkle Stille, in der ich mich befand. Ein kakophonisches, schmerzhaftes Eindringen in meinen Bewusstsein. Wie zäh fließender Honig tropfen erste Gedanken aus den tiefen Windungen meines Verstandes hinab und bildeten eine Lache zusammenhangloser Gedanken. Einer nach dem anderen, ungeordnet und chaotisch, breiteten sie sich zu einer klebrigen Pfütze purer Verständnislosigkeit aus.

Das Piepen wurde lauter, drängenden und quälender.

Nein.

Der erste Gedanke, der sich aus der zähen Masse erhob, zaghaft zwar, aber dennoch deutlich.

Ich will nicht, gesellte sich dazu. Die Dunkelheit, die so angenehm über allem gelegen hatte, wich langsam und aus einem tiefen Schwarz wurde langsam ein nebliges Grau.

Warum? War der dritte Gedanke und schon kamen die nächsten hinzu: jetzt schon? Wirklich? Wie viel Uhr ist es? Ist heute nicht Samstag? Nein, Dienstag. Du musst aufstehen. Du musst arbeiten. Mach den Wecker aus. Schlaf bloß nicht wieder ein. Mach, dass es aufhört.

So begann der Strom der Gedanken sich aus der zähen, trägen Masse zu befreien. Ein Wirbel sich überschlagendem Gedachten. Es wurde ein erneutes Chaos. Es brodelte, wurde immer lauter und fordernder, als wenn ein Damm gebrochen wäre und sich das Wasser nun unaufhaltsam ins Tal ergießen würde, um alles mitzureißen, was dort stünde. Tod und Zerstörung brachte es. Die Opfer waren die Träume, die Dunkelheit und die Wärme.

Und dazu das ohrenbetäubende Piepen als Begleitmusik der Verdammnis.

Mach es endlich aus, riefen alle Gedanken gleichzeitig. Für einen Moment waren sie sich alle einig. Ein Moment, der bis aufs äußerste angespannt war.

Dann endlich, noch orientierungslos, tastete sich die Hand vor, suchte wie eine Schlange das Bettlaken ab. Dann erklomm sie den Nachttisch und fand endlich ihre Beute.

Tu es, tu es, tu es!

Die Hand stürzte wie ein Habicht herab und erlegte den Wecker mit einem Schlag.

Das Piepen verstummte. Die Gedanken fielen hinab und wurden wieder zu der zähklebrigen Masse. Die Dunkelheit kehrte zurück und verschlang mit einem zufriedenen Schmatzen mein Bewusstsein.

Ruhe. Endlich Ruhe.

Doch dann, nach einer unendlich langen Zeit, die doch viel zu kurz schien, drag eine angenehme Frauenstimme in mein Bewusstsein zurück.

“Schatz?”,  flüstert sie sanft. “Hättest du nicht vor einer Stunde auf der Arbeit sein müssen?”

Die Gedanken fielen herab und klatschten wie ein feuchter Lappen in das Bewusstsein zurück.

Gemeinsam schrien sie alle im Chor: Scheiße!

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